Alle zehn Finalisten haben die drei Bewertungskriterien von The Spark „Neuartigkeit“, „Skalierbarkeit“ und  „Kundennutzen“erfüllt, doch drei von Ihnen haben die Jury besonders überzeugt. Die drei Gewinner von The Spark- Der deutsche Digitalpreis 2016 sind:

1. relayr GmbH

Das „Internet der Dinge“ ist in aller Munde – aber wie kommen die Dinge eigentlich ins Internet? Um diese Frage kümmert sich das Start-up Relayr. Der Baukasten, mit dessen Hilfe die Unternehmen in kürzester Zeit messbare Daten wie Temperatur, Gewicht oder Feuchtigkeit aus allen erdenklichen Gegenständen auslesen, in der Cloud vernetzen und daraus digitale Anwendungen erzeugen können, überzeugte nicht nur die Jury von The Spark. Auch Geldgeber wie der US-Investor Kleiner Perkins aus dem Silicon Valley oder der IT-Konzern Cisco glauben an die Idee von Jackson Bond und Josef Brunner. Schließlich beeindrucken sie nicht nur mit Technik, sondern zudem mit prominenten Kunden.

Zu den Auftraggebern gehört neben Bosch auch der Aufzughersteller Schindler, der seine Fahrstühle jetzt nicht nur aus der Ferne wartet, sondern auch noch Werbung während der Fahrt einspielt. Zwei Jahre nach der Gründung machte Relayr schon 2,7 Millionen Euro Umsatz. Die nächste Finanzierungsrunde, verrietendie Gründer, steht kurz vor dem Abschluss.

2. Konux Inc.

Wenn sich diese Innovation durchsetzt, sollten die Züge der Deutschen Bahn bald pünktlicher werden: Das Start-up Konux entwickelt Sensoren ,die den Zustand von Weichen überwachen. Die gewonnenen Daten geben Auskunft darüber, welchen Temperaturen, Vibrationen oder Druckverhältnissen die Weichen ausgesetzt sind. Eine Software analysiert die Daten und sagt voraus, wann eine Reparatur fällig ist – möglichst, bevor der Schienenverkehr zusammenbricht. Gegründet wurde Konux von Andreas Kunze, Dennis Humhal, Husam Ghanem und Vlad Lata.

Im vergangenen April sammelten sie 7,5 Millionen Dollar Risikokapital ein, unter anderem von Andy Bechtolsheim, dem ersten Google-Investor. Ein Teil des deutschen Schienennetzes ist bereits mit den Sensoren von Konux versehen. Andreas Kunze ist zuversichtlich, dass bald alle Weichen überwacht werden und die Technik auch in anderen, wartungsintensiven Branchen zur Anwendung kommt. Bei der Bahn sei das Thema jedenfalls „ganz oben“ angesiedelt.

3. NavVis GmbH

Fabrikhallen, Museen, Einkaufszentren: „Viele Gebäude sind eine digitale Ödnis“, sagt Felix Reinshagen, Mitgründer und Chef des Münchner Start-ups Navvis. Während die Außenwelt dank Satellitenbildern und Verkehrsdaten genau vermessen sei, gebe es von den meisten Innenräumen keine digitalen Karten.Seine Mitgründer, Georg Schroth, Sebastian Hilsenbeck und Robert Huitl haben dafür eine Technologie entwickelt – eine Art Trolley, den man durch die Räume zieht, wie einen Einkaufswagen. Dieses Verfahren sei „nicht teurer, als ein Gebäude zu reinigen“, sagt Reinshagen – der Preis pro Quadratmeter liege bei weniger als zehn Cent. Eine App dient als Navigationssystem, das auch ohne GPS auskommt.

Die Anwendungen sind vielfältig. So nutzen fast alle großen Autohersteller das System, um digitale Abbilder ihrer Produktionsstraßen zu schaffen. Das jüngste Projekt können auch Privatleute testen: Eine Navigation durch den Flughafen München mit seinen Geschäften, Restaurants und Gates.